Dreht der Wind zugunsten von ü50?
von Elisabeth Michel-Alder
Sarah O'Connor serviert in der Financial Times frische News aus Süd-Korea, dem brillierenden asiatischen Hightech- und Popkultur-Land. Dort sind, anders als in der Schweiz, die KI-Optimisten zahlreicher als die KI-Pessimisten. Doch Arbeitsmarktdaten der Ökonomen Jinsu Han und Samil Oh von der Bank of Korea zeigen nicht eitel Sonnenschein. Sie belegen für die letzten drei Jahre einen Verlust von 211 000 Jobs für Jüngere (15 -29 Jahre) und einen Zuwachs von 209 000 Stellen für Fachkräfte über 50. Han und Oh diagnostizieren eine Form von technologischem Wandel, der Seniorität oder Erfahrung bevorzugt. Kodifiziertes und Lehrbuchwissen liefert künstliche Intelligenz flink und ohne teures Personal, während implizites Wissen, Organisationserfahrung und zwischenmenschliche Kompetenz - oft bei Älteren inkorporiert - fürs erfolgreiche Erledigen vieler Berufsaufgaben unerlässlich sind.
Gut, wenn die Beiträge von Mitarbeitenden in der zweiten Berufsweghälfte neuen Glanz gewinnen. Noch besser, wenn parallel dazu jungen Berufseinsteigenden solide Strukturen und genug Kapital für Neugründungen mit Potential und Experimente mit neuen Geschäftsideen zur Verfügung stehen, damit auch in 30 Jahren das Knowhow der sehr Erfahrenen produktiv werden kann.
