Ermöglichen statt dirigieren

von Elisabeth Michel-Alder

Der Arbeitgeberverband kümmert sich - ganz rollengerecht - um Personal, das die Lücken im Arbeitsmarkt füllt. Und entpuppt sich als Arbeit-Zuteiler, Laufbahn-Verordner und Pensen-Besserwisser.

Die Schulabgänger:innen will er beispielsweise mittels "steuernder" Berufsberatung in aktuelle Bedürfnislücken der Arbeitswelt lenken. Ob Jungmannschaft und professionelle Berater:innen da mitspielen? Fachleute haben gute Gründe zu mahnen, dass Bedarf 2023 herzlich wenig nur schon mit den Verhältnissen 2033, erst recht 2044 zu tun haben muss. Niemand wagt zu prognostizieren, wie sich die in den Nullerjahren Geborenen in den anstehenden Krisen entwickeln und orientieren. Frühere Alterskohorten haben wacker überrascht.

Ehrlicher, weitblickender und an den Erwerbstätigen orientiert sind Schaffung guter Bedingungen und Bereitstellung wirksamer Instrumente zum Nachbessern und Korrigieren früherer beruflicher Entscheidungen. Mid Career Moves ermöglichen ein- oder mehrmals Anpassungen ans veränderte wirtschaftliche Umfeld und an gewandelte persönliche Interessen; beides stärkt Engagement und Kompetenz. Wenn die Arbeitgeber den Hebel bei den Bedingungen für interessante, förderliche berufliche Tätigkeiten ansetzen, beschleunigt sich der Arbeitskräftemangel am wenigsten.

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