Etwas andere Bogenkarrieren

von Elisabeth Michel-Alder

In den neunziger Jahren machte die Idee rascher Erneuerung auf den Chefetagen Furore: Älteren Führungskräften wurde ans Herz gelegt, ihren Sessel ein paar Jahre vor Schluss der Vorstellung auf einer tieferen Etage der Hierarchie zu platzieren, um für jüngere Jahrgänge Platz zu schaffen. Vereinzelte Firmen - zum Beispiel ABB - machten aus den Idee eine Verpflichtung. Das Modell fand durchaus Zuspruch, vor allem bei Personen, die ihre 2. Rentensäule schon kräftig gepolstert hatten. Sehr viele andere wiesen und weisen auch heute eine Bogenkarriere weit von sich, sehen wenige Vorteile, aber einen beträchtlichen Verlust an Bedeutung und Ansehen. Freiwillig geben sie den Status nicht preis.

Inzwischen wurden Idee und Konzept von der grossen Schar Teilzeitarbeitender gekapert und umgedeutet. Ganz ohne negative Folgen für ihren gesellschaftlichen Status. Wer im letzten Viertel oder Sechstel seines Berufsweges nur noch an vier Tagen oder weniger mit Erwerbsarbeit beschäftigt ist, auch als Chef oder Chefin, spricht gern und stolz von seiner Bogenkarriere.

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